Beschreibung
Anlässlich der 23. Ausgabe der Rendez-vous aux jardins mit dem nationalen Thema "Die Aussicht" lädt der Garten Serre de la Madone die Öffentlichkeit ein, den Garten anhand einer einfachen Frage neu zu entdecken: Was schaut man sich wirklich an, wenn man einen Garten besucht?
Am Samstag, den 6. und Sonntag, den 7. Juni 2026 werden den ganzen Tag über Führungen zu einem außergewöhnlich ermäßigten Preis angeboten, um diesen bemerkenswerten Garten unter den Gesichtspunkten des Blicks, der Perspektiven und der landschaftlichen Inszenierung zu erkunden.
Das Thema der Rendez-vous aux jardins 2026, "La vue", lädt dazu ein, über das Offensichtliche hinauszugehen. Einen Garten zu sehen bedeutet nicht nur, ihn zu betrachten. Es bedeutet, eine Komposition lesen zu lernen, einer Linie zu folgen, eine Öffnung wahrzunehmen, zu verstehen, wie ein Weg, eine Terrasse, ein Teich oder eine Bepflanzung unsere Wahrnehmung organisiert.
Seit Jahrhunderten werden Gärten als Architekturen des Blicks konzipiert. Sie leiten die Schritte, richten die Blickwinkel aus, sorgen für Überraschungen, schaffen Tiefen, rahmen die Landschaft ein oder verbergen sie im Gegenteil, um sie besser zu enthüllen. Wie ein lebendiges Gemälde lässt sich der Garten in aufeinanderfolgenden Ebenen entdecken: pflanzlicher Vordergrund, Perspektive, Flucht, Schatten, Licht, Reflexion, Bewegung.
Das Thema 2026 lädt auch dazu ein, den Begriff der Wahrnehmung selbst zu erweitern. In Verbindung mit der nationalen Zusammenarbeit zwischen dem Kulturministerium, dem Komitee der Parks und Gärten Frankreichs und dem Verein Valentin Haüy, der sich für die Unabhängigkeit von Menschen mit Sehbehinderungen einsetzt, erinnert diese Ausgabe daran, dass ein Garten nicht nur mit den Augen entdeckt werden kann. Pflanzentexturen, Düfte, Wassergeräusche, kühler Schatten, Bodenreliefs und die Empfindungen eines Spaziergangs tragen voll und ganz zum Gartenerlebnis bei.
Dieser Ansatz findet in Serre de la Madone ein besonderes Echo, wo der Besuch nie auf einer Frontalansicht der Landschaft beruht. Hier wird der Besucher auch aufgefordert, sich zu verlangsamen und sich für alle Empfindungen des Ortes zu öffnen.
Anlässlich der Rendez-vous aux jardins 2026 werden die Führungen in Serre de la Madone diese wesentliche Dimension des Ortes entschlüsseln.
Die Besucher werden aufgefordert, den Bildausschnitten, den Fluchtlinien, den Kontrasten zwischen Licht und Schatten sowie den Übergängen zwischen intimen Räumen und landschaftlichen Öffnungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Besuch wird auch zeigen, wie Lawrence Johnston einen botanischen, ästhetischen und sensiblen Garten geschaffen hat.
Denn in Serre de la Madone bedeutet Schauen auch, dass man lernt, sich zu verlangsamen. Der Garten gibt nicht alles sofort preis. Er offenbart sich in Sequenzen, in Details, in Atemzügen. Ein ausgeschnittenes Blatt, eine Rinde, eine Spiegelung, eine Perspektive zwischen zwei Pflanzenmassen werden zu Hinweisen, um den Geist des Ortes zu verstehen.


