Beschreibung
Die von Patrizio Rogolini erbaute „Villa Juturne“, ein wahres Juwel der Kunstgeschichte der Belle Époque, steht seit 2018 unter Denkmalschutz.
Im Jahr 1904 wurde die Gemeinde Beausoleil durch die Abtrennung von zwei an das Fürstentum Monaco angrenzenden Weilern der Gemeinde La Turbie gegründet. Bereits in den 1860er Jahren hatten die zahlreichen monegassischen Baustellen eine Arbeiterschaft angezogen, für die in aller Eile eine „Schlafstadt“ errichtet worden war. Ihr neuer Status ermöglichte es diesen Vierteln, sich nach und nach zu einem angenehmen Ferienort zu entwickeln, der 1921 zum Luftkurort erhoben wurde.
Im Jahr 1913 beschloss Patrizio Rogolini (1863–1943), dort ein Mehrfamilienhaus errichten zu lassen, in dem er das Erdgeschoss für seine Familie reservierte. Dieser aus der Lombardei stammende Maler und Dekorateur war um 1875 nach Menton ausgewandert. Obwohl er in der Familientradition im Bauwesen ausgebildet worden war, führten ihn seine Begabungen und seine Vorliebe für die Kunst zu einer Karriere als Maler und Stuckateur. Er zeichnete sich bei der Restaurierung von Wandmalereien in lokalen Barockkirchen sowie bei der Gestaltung von Innenausstattungen wie der des ehemaligen Sporting von Monte Carlo aus. Das Juturne-Gebäude, benannt nach der Nymphe, nach der er seine Tochter getauft hatte, ist sein bedeutendstes erhaltenes Werk.
Das als „Villa Juturne“ bezeichnete Gebäude wurde per Erlass vom 26. Februar 2018 hinsichtlich der Fassaden und Dächer, aller Gemeinschaftsbereiche (Eingangshalle, Treppenhaus und die angrenzenden Flure auf den verschiedenen Ebenen) sowie die südliche Wohnung im Erdgeschoss in ihrem ursprünglichen Umfang und die Wohnung im dritten Stock, deren Ausstattung erhalten geblieben ist.












